Wollpullover waschen: weniger oft, als du denkst

Du kennst die Angst vielleicht: Ein schöner Wollpullover geht in die Maschine und kommt in Kindergrösse wieder heraus. Kein Wunder, ist Wolle waschen für viele eine kleine Mutprobe.

Dabei ist es gar nicht schwierig. Und das Beste vorweg: Wolle muss viel seltener gewaschen werden, als du vielleicht denkst. So pflegen wir unsere eigenen Pullover.

Lüften ist die halbe Wäsche

Die Wollfaser nimmt Gerüche kaum an und erholt sich an der frischen Luft zu einem guten Teil von selbst. Darum hängen wir unsere Pullover nach dem Tragen einfach über Nacht ans offene Fenster oder auf den Balkon. Am nächsten Morgen riechen sie frisch, und kleine Knitterfalten sind oft verschwunden.

Auch feuchte Luft hilft, etwa im Badezimmer nach dem Duschen. Häng das Teil dafür aber nur kurz auf, denn schwere Strickware dehnt sich am Bügel mit der Zeit aus. Danach wieder flach hinlegen.

Und ein kleiner Fleck ist noch kein Grund für eine ganze Wäsche. Betupfe die Stelle mit einem leicht feuchten Tuch und etwas mildem Wollwaschmittel, dann trocknen lassen. Mehr dazu in Flecken entfernen mit Hausmitteln.

Unser Tipp: Trag ein Shirt aus Baumwolle oder feiner Wolle unter dem Pullover. Es nimmt den Schweiss auf, und dein Pullover braucht noch seltener Wasser.

Zuerst das Etikett, immer

Bevor du irgendetwas tust: Pflegeetikett beachten. Es sagt dir die empfohlene Temperatur und ob das Teil in die Maschine darf oder nur von Hand gewaschen werden soll. Bei Mischungen, etwa Wolle mit Baumwolle oder Kaschmir, kann die Empfehlung abweichen. Wenn du dich daran hältst, bist du auf der sicheren Seite. Weitere Hinweise sammeln wir auf unserer Seite Pflegetipps.

Hände legen einen gelben Strickcardigan zum Trocknen flach hin

Von Hand: ruhiger, als es klingt

Die Handwäsche ist die schonendste Methode. Und ehrlich: Sie dauert kaum länger als das Befüllen der Maschine.

  1. Ein Becken mit lauwarmem Wasser füllen und etwas Wollwaschmittel dazugeben.
  2. Den Pullover eintauchen und behutsam durchdrücken.
  3. Zehn bis fünfzehn Minuten ruhen lassen.
  4. Mit Wasser in gleicher Temperatur ausspülen.
  5. Das Wasser sanft herausdrücken, ohne zu drehen oder zu wringen.

Warum so vorsichtig? Reiben und Wringen lassen die Fasern verfilzen. Und grosse Temperaturunterschiede zusammen mit viel Bewegung sind ein typischer Grund, warum Wolle einläuft.

Wenn es die Maschine sein darf

Erlaubt das Etikett die Maschine, klappt es mit dieser Reihenfolge am besten:

  1. Auf links drehen und in einen Wäschebeutel legen, zum Beispiel einen Waschbeutel. So reibt der Stoff weniger.
  2. Wollprogramm wählen: kalt oder höchstens lauwarm, mit wenig Bewegung.
  3. Wollwaschmittel nehmen: Normale Waschmittel enthalten oft Zusätze, die für Wolle zu aggressiv sein können.
  4. Keinen Weichspüler. Wolle braucht ihn nicht.
  5. Sanft oder gar nicht schleudern. Orientiere dich am Etikett.
  6. Die Trommel nicht füllen. Je weniger drin ist, desto weniger reibt.
Nahaufnahme eines braunen Strickstoffs mit grober Struktur

Beim Trocknen entscheidet sich alles

Hier verlieren die meisten Pullover ihre Form, nicht beim Waschen. Nasse Wolle ist schwer, und wenn du sie aufhängst, zieht das Gewicht sie in die Länge. So machen wir es:

  • Den Pullover in ein sauberes Frotteetuch rollen und sanft ausdrücken.
  • Flach auf ein trockenes Tuch oder einen Wäscheständer legen und vorsichtig in Form ziehen.
  • Nicht in die pralle Sonne und nicht direkt auf die Heizung.
  • Kein Tumbler, ausser das Etikett erlaubt es ausdrücklich.

Nach ein paar Stunden einmal wenden. Dicker Strick braucht oft bis zum nächsten Tag. Geduld lohnt sich hier wirklich.

Merino, Alpaka, Mischungen

Die Grundregeln sind bei allen Wollarten gleich: kühl, sanft, flach trocknen. Feine Garne wie Merino oder Alpaka sind etwas empfindlicher gegen Reibung. Mischungen mit Baumwolle oder anderen Fasern verhalten sich je nach Anteil anders, darum auch hier: Etikett lesen. Was die einzelnen Wollarten ausmacht, erzählen wir in Wolle, Merino, Alpaka.

Gefaltet durch den Sommer

Strick gehört gefaltet in den Schrank oder ins Regal, nicht auf den Bügel. Bevor du deine Wollsachen im Frühling versorgst, wasch sie und lagere sie sauber. Motten interessieren sich vor allem für Rückstände von Schweiss und Essen. Lavendelsäckchen oder Zedernholz können unterstützen, ersetzen aber die saubere Lagerung nicht. Luftdurchlässige Beutel oder Baumwolltaschen sind besser als Plastik.

Noch Fragen?

Wie oft sollte ich meinen Wollpullover waschen?

So selten wie möglich. Lüften reicht oft. Waschen ist dran, wenn er sichtbar schmutzig ist oder nicht mehr frisch riecht.

Mein Pullover ist eingelaufen. Ist er verloren?

Nicht unbedingt. Leichtes Einlaufen lässt sich manchmal korrigieren: Weich den Pullover kurz in lauwarmem Wasser mit etwas mildem Haarspülmittel oder Wollwaschmittel ein, drück ihn sanft aus und zieh ihn auf einem Frotteetuch vorsichtig in Form. Versprechen können wir nichts, aber ein Versuch lohnt sich.

Darf Wolle in den Tumbler?

Nur wenn das Pflegeetikett es ausdrücklich erlaubt. Im Zweifel an der Luft trocknen.

Weniger ist mehr

Lüften, selten waschen, sanft behandeln, flach trocknen. Mehr braucht es meistens nicht, damit dein Lieblingspullover viele Winter mitmacht. Wenn du gerade einen neuen suchst, schau bei Bekleidung für Damen, den Pullovern & Hoodies oder den Pullovern & Hoodies für Herren vorbei. In unseren Läden in Bern, Schaffhausen und Rheinfelden zeigen wir dir gern, worauf du bei Material und Pflege achten kannst. Die Adressen findest du unter Zweiblatt Concept Store.

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