Richtig pflegen: So bleiben deine Lieblingsteile lange schön
Jede und jeder hat sie: diese Teile, nach denen du zuerst greifst. Die Jeans, die einfach sitzt. Der Pullover, der nach Herbst riecht. Das Shirt, das schon ein paar Sommer mitgemacht hat. Wir finden, solche Teile verdienen ein bisschen Aufmerksamkeit.
Denn das nachhaltigste Kleidungsstück ist das, das du lange trägst. Und wie lange ein Teil hält, hast du zu einem guten Teil selbst in der Hand: beim Waschen, Trocknen und Versorgen. Hier sind die Gewohnheiten, die sich bei uns bewährt haben. Sie schonen deine Kleider, die Umwelt und das Portemonnaie gleich mit.
Nicht alles muss in die Maschine
Das ist vielleicht der wichtigste Tipp überhaupt. Pullover, Jeans und Jacken brauchen nach einem Tag oft keine Wäsche, sondern frische Luft. Über Nacht ans offene Fenster oder auf den Balkon, und am Morgen sind sie wieder bereit.
Kleine Flecken behandelst du gezielt mit einem feuchten Tuch, bevor sie sich festsetzen. Je seltener ein Kleidungsstück durch die Maschine muss, desto länger bleiben Farbe und Form. Unterwäsche, Socken und Shirts, die direkt auf der Haut liegen, gehören natürlich trotzdem nach dem Tragen in die Wäsche.
30 Grad reichen meistens
Für normal verschmutzte Alltagskleidung genügen in der Regel 30 Grad. Das spart Energie und schont Farben und Fasern. Für stark verschmutzte Teile oder Bett- und Küchenwäsche gelten oft andere Empfehlungen.
Und das Wichtigste in diesem ganzen Artikel: Bitte immer das Pflegeetikett beachten. Es geht allen allgemeinen Tipps vor, auch unseren.

So füllen wir die Maschine
Beim Waschen selbst machen ein paar Handgriffe einen grossen Unterschied:
- Sortieren: nach Farbe und nach Material. Schwere Jeans und feine Blusen vertragen sich in der Trommel nicht.
- Auf links drehen: bedruckte Shirts, Jeans und dunkle Kleidung. So sind Print, Oberfläche und Farbe geschützt.
- Verschlüsse schliessen: Reissverschlüsse und Knöpfe zu, damit sie andere Teile nicht beschädigen.
- Feines ins Netz: Blusen oder Unterwäsche in ein Wäschenetz.
- Nicht überladen: Eine volle, aber nicht überfüllte Trommel ist ideal. Ist sie zu voll, reibt alles aneinander und wird nicht richtig sauber.
Weniger Waschmittel, kein Weichspüler
Mehr Waschmittel heisst nicht sauberer. Halte dich an die Dosierempfehlung auf der Verpackung und passe sie an Wasserhärte und Verschmutzung an.
Weichspüler lassen wir weg. Er kann sich auf den Fasern ablagern und belastet das Abwasser zusätzlich. Bei Funktions- und Sportkleidung sowie bei Wolle wird in der Regel ohnehin davon abgeraten. Wird deine Wäsche steif, hilft oft schon etwas weniger Waschmittel und ein zusätzlicher Spülgang.
Die Wäscheleine ist unsere Freundin
Der Tumbler braucht viel Strom und strapaziert das Gewebe. Wir hängen lieber auf: an der Leine, auf dem Wäscheständer oder bei Regenwetter drinnen. Mit genug Abstand zwischen den Teilen und an einem luftigen Ort trocknet es schneller. Wenn das Etikett es erlaubt, schleuderst du etwas stärker.
Zwei kleine Tricks: T-Shirts nicht an den Schultern aufhängen, sondern an den Seitennähten, dann beult nichts aus. Und Strick trocknet liegend auf einem Handtuch, damit er seine Form behält.

Wolle will vor allem Ruhe
Wolle ist ein Sonderfall, und zwar ein angenehmer: Sie reinigt sich an der frischen Luft zu einem guten Teil von selbst. Wenn du sie wäschst, dann im Wollprogramm oder von Hand mit mildem Wollwaschmittel. Gefaltet in den Schrank, nicht auf den Bügel. Und Knötchen entfernst du vorsichtig mit einem Wollkamm oder einem Fusselrasierer.
Ausführlich erzählen wir das in Wollpullover richtig waschen und in Pilling entfernen.
Bügeln und Versorgen
Nicht alles muss gebügelt werden. Viele Teile glätten sich von selbst, wenn du sie nass in Form ziehst und aufhängst. Wenn du bügelst, dann bei der Temperatur, die das Etikett erlaubt, am besten von links.
Im Schrank gilt: luftig und trocken. Schwere Strickteile gefaltet, leichte Hemden und Blusen auf den Bügel. Saisonale Kleidung wäschst du vor dem Einlagern, denn Flecken und Schweissreste ziehen manchmal Motten an.
Reparieren statt aussortieren
Ein loser Knopf, eine offene Naht, ein kleines Loch: Das ist kein Grund, ein Teil wegzugeben. Oft sind es ein paar Minuten mit Nadel und Faden, und das Kleidungsstück begleitet dich noch lange. Wenn du dir eine Reparatur nicht zutraust, frag in einer Schneiderei in deiner Nähe. Bei Lieblingsstücken lohnt sich das doppelt.
Unser Tipp: Leg dir ein kleines Nähset dorthin, wo du es auch findest. Ein Knopf, der gleich wieder angenäht wird, geht nicht verloren. Einer, der in der Jackentasche wartet, manchmal schon.
Spickzettel für deine Materialien
Typische Empfehlungen auf einen Blick. Entscheidend ist immer das Pflegeetikett des jeweiligen Teils.
| Material | Waschen | Trocknen |
|---|---|---|
| Baumwolle (Shirts) | 30 Grad, wenn möglich auf links | an der Luft |
| Jeans | selten, auf links, 30 Grad | aufhängen |
| Wolle und Strick | Wollprogramm oder von Hand | liegend trocknen |
| Leinen | 30 bis 40 Grad, Schonwaschgang | an der Luft, leicht feucht glätten |
| Lyocell | 30 Grad, Schonwaschgang | aufhängen |
Mehr zu einzelnen Fasern findest du in unserem Materiallexikon und in den Beiträgen zu Leinen und Lyocell.
Noch Fragen?
Ein Teil ist eingelaufen. Was jetzt?
Ein bereits eingelaufenes Teil lässt sich nicht immer retten. Bei Naturfasern hilft aber manchmal, es feucht vorsichtig in Form zu dehnen. Für das nächste Mal: Etikett nochmals lesen, niedrigere Temperatur und weniger schleudern.
Wie versorge ich Kleidung über die Saison?
Vorher waschen, Strick falten und alles trocken und luftig aufbewahren. So vermeidest du Gerüche und Verformungen.
Ein bisschen Liebe, viele Jahre
Gute Pflege ist kein grosser Aufwand: seltener waschen, kühler waschen, an der Luft trocknen und kleine Schäden früh flicken. So bleiben deine Lieblingsteile lange schön, und du musst seltener Neues kaufen. Wenn doch einmal Ersatz oder eine Ergänzung her muss, findest du bei uns T-Shirts und Tops und Praktisches für den Alltag unter Nützliches. Und in unseren Läden in Bern, Schaffhausen und Rheinfelden beraten wir dich gern zur Pflege einzelner Materialien.