Zero Waste im Bad: Schritt für Schritt zu weniger Plastik

Mach mal kurz den Badschrank auf. Wie viele halb volle Flaschen stehen da? Duschgel, zwei Shampoos, die Bodylotion vom letzten Geburtstag, Wattestäbchen, Einwegrasierer. Kein Vorwurf, bei den meisten sieht es so aus. Aber genau darum ist das Bad ein so guter Ort, um mit weniger Abfall anzufangen.

Bitte nicht gleich alles wegwerfen

Das klingt paradox, ist aber unser wichtigster Rat: Brauch zuerst auf, was du schon hast. Alles andere wäre selbst wieder Abfall. Erst wenn eine Flasche leer ist, ersetzt du sie durch etwas, das ohne Plastik auskommt.

So entsteht Schritt für Schritt ein Bad mit weniger Plastik, ohne dass du an einem Samstag alles umkrempeln musst. Und dein Budget freut sich auch, weil du immer nur kaufst, was gerade leer ist. Die halb vollen Flaschen hinten im Schrank aufzubrauchen, ist übrigens der einfachste Zero-Waste-Schritt überhaupt.

Zwei Zahnbürsten in einem Einmachglas

Acht kleine Wechsel, die sich lohnen

Keine davon musst du sofort machen. Nimm dir die, die gerade dran ist.

  1. Feste Seife statt Duschgel. Hält lange und kommt meist in Papier. Für uns der unkomplizierteste Einstieg.
  2. Festes Shampoo. Ein Stück statt Flasche. Wie der Umstieg gelingt, steht im Beitrag Festes Shampoo richtig anwenden.
  3. Deocreme im Tiegel. Ergiebig und ganz ohne Spraydose.
  4. Zahnbürste aus Bambus oder ein Modell mit Wechselkopf, zum Beispiel das Zahnbürste Bambus Set von pandoo.
  5. Waschbare Abschminkpads statt Wattepads. Ab in ein kleines Wäschenetz und mit der normalen Wäsche waschen.
  6. Rasierhobel. Nur die Klinge wird ersetzt, nicht der ganze Rasierer. Braucht etwas Übung, ist aber ein schönes Ding.
  7. Seifenschale mit Abfluss. Trocken gelagert hält Seife deutlich länger. Wir mögen die Seifenablage aus Travertinstein.
  8. Nachfüllen. Viele Produkte gibt es im Nachfüllbeutel oder zum Abfüllen.

Womit fängst du am besten an?

Nicht jeder Wechsel ist gleich einfach. Diese Übersicht hilft dir, die Reihenfolge zu finden:

Schritt Aufwand Was du ersetzt
Feste Seife Sehr gering Duschgel, Flüssigseife in Plastikflaschen
Festes Shampoo Gering, mit kurzer Umstellung Shampoo-Flaschen
Bambuszahnbürste Sehr gering Plastikzahnbürste
Abschminkpads Gering Wattepads zum Wegwerfen
Rasierhobel Mittel, braucht etwas Übung Einwegrasierer

Unser Rat: Starte mit Seife und Shampoo. Das sind die Flaschen, die im Bad am meisten Platz einnehmen, und die festen Varianten funktionieren ohne grosse Vorkenntnisse. Zahnbürste und Abschminkpads folgen fast von selbst, weil du sie ohnehin regelmässig tauschst. Und der Rasierhobel ist etwas für alle, die Lust auf ein kleines Projekt haben.

Holz, Metall, Stein statt Plastik

Beim Ersetzen lohnt sich ein Blick aufs Material. Bambus, Holz, Metall, Glas und Papier lassen sich meist besser weiterverwenden oder entsorgen als Plastik. Wichtig ist aber auch, wie lange etwas hält. Eine Seifenschale aus Stein steht jahrelang im Bad. Ein Produkt, das nur hübsch aussieht und nach einem Jahr kaputt ist, hilft niemandem.

Weisses Stück Seife auf einem hellen Tisch

Ein kleines Starter-Set, wenn du nicht lange überlegen magst

  • ein Stück feste Seife für Körper und Hände,
  • ein festes Shampoo,
  • eine Seifenschale mit Abfluss oder ein Seifensäckchen,
  • eine Zahnbürste aus Bambus,
  • zwei, drei waschbare Abschminkpads mit einem kleinen Wäschenetz.

Das passt alles in eine Schublade und ersetzt einen guten Teil der Flaschen, die sonst herumstehen. In unserer Kollektion Badezimmer findest du die passenden Sachen beieinander.

Aus dem Laden: Seife und festes Shampoo nimmt man am liebsten in die Hand und riecht daran, bevor man sich entscheidet. In unseren Läden kannst du genau das tun, und wir sagen dir ehrlich, womit wir anfangen würden.

Die üblichen Stolpersteine

  • Zu viel auf einmal: Wer alles gleichzeitig umstellt, verliert schnell die Lust. Ein Wechsel pro Woche oder Monat reicht.
  • Neu kaufen, obwohl noch voll: Siehe oben. Zuerst aufbrauchen.
  • Die Seife wird matschig: Meistens liegt sie im Wasser. Eine Schale mit Abfluss löst das Problem.
  • Passt einfach nicht: Nicht jede Rezeptur passt zu jeder Haut oder jedem Haar. Probier eine andere Sorte, das ist kein Scheitern.
  • Alle überzeugen wollen: Lieber vormachen statt diskutieren. Wer Seife in der Dusche liegen sieht, probiert sie oft von selbst.

Feste Sachen sind auch die besseren Reisebegleiter

Nichts läuft aus, nichts klebt im Kulturbeutel. Feste Seife und festes Shampoo zählen im Handgepäck nicht zu den Flüssigkeiten, eine kleine Metalldose hält alles trocken. Prüfe vor dem Flug trotzdem kurz die aktuellen Regeln der Fluggesellschaft. Auch für den Sportsack oder das Wochenende bei Freunden sind die festen Varianten praktisch.

Aufbrauchen, weiterverwenden, sauber trennen

Zero Waste heisst für uns nicht, nie mehr etwas wegzuwerfen. Es heisst, bewusster mit den Dingen umzugehen. Leere Gläser und Tiegel eignen sich wunderbar für Wattestäbchen, Haargummis oder als Reisedöschen. Was du entsorgst, trennst du: Glas, Metall und Papier gehören ins Recycling. Bei der Bambuszahnbürste lohnt es sich, die Borsten zu entfernen. Was in deiner Gemeinde wohin gehört, erfährst du dort.

Perfekt muss es nicht sein

Niemand hat sein Bad an einem Tag umgestellt. Jeder ersetzte Artikel zählt. Und vielleicht merkst du nebenbei, dass weniger Produkte im Regal auch weniger Entscheidungen am Morgen bedeuten. Es geht nicht um ein makelloses Zero-Waste-Bad, sondern um etwas weniger Abfall als vorher.

Noch Fragen?

Womit starte ich?

Mit dem, was als Nächstes leer wird. Meist ist das Duschgel oder Shampoo, und feste Seife ist der einfachste Einstieg.

Ist feste Seife hygienisch?

Ja, wenn sie zwischen den Anwendungen trocknen kann. Darum ist die Seifenschale mit Abfluss wichtiger, als sie aussieht.

Muss ich alles auf einmal wechseln?

Nein, bitte nicht. Ein Schritt, dann ein paar Wochen später der nächste.

Weniger Plastik im Bad ist kein Grossprojekt, sondern eine Reihe kleiner Entscheidungen, wenn wieder etwas leer ist. Stöbere in unserer Naturkosmetik-Kollektion und bei allem fürs Badezimmer. Oder komm in einem unserer Läden in Bern, Schaffhausen und Rheinfelden vorbei, dort zeigen wir dir die Produkte gern in echt.

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